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Am 6. Oktober 2016 wäre Marshall B. Rosenberg 82 Jahre alt geworden. Es gibt Bestrebungen, seinen Geburtstag im deutschsprachigen Raum zum „Nationalen Gedenk- und Aktionstag der Gewaltfreien Kommunikation“ zu machen (www.tag-der-gfk.org).

Auf der internationalen CNVC-TrainerInnen-Liste habe ich gerade einen Text gefunden von Rusty Thomas, dem Mitbegründer des Freedom Projects (www.freedomprojectseattle.org)einem Projekt in Seattle/USA, dass Insassen von Gefängnissen in Menschen für den Frieden verwandeln möchte). Er erinnert sich in Dankbarkeit an Marshall, was mich sogleich auch mit meinen Erinnerungen und meiner Dankbarkeit in Kontakt brachte – und den Text, ganz leicht gekürzt, ins Deutsche übersetzen ließ:

Mit Dankbarkeit an Marshall Rosenberg – zu seinem Geburtstag

Ich habe Marshall das erste Mal getroffen, als er im März 1998 für einen Basisworkshop Gewaltfreie Kommunikation (…zu uns nach Seattle/USA) kam. Ich war wie vom Schlag getroffen davon, wieviele Bedürfnisse und Gefühle wir alle haben, und wie Sprache wirklich die Fähigkeit Konflikte zu lösen beeinflusst. Ich dachte: wir brauchen das hier unbedingt.

Marshall gab Lucy Leu (…dort an dem Tag…) den Segen als GFK-Facilitator, so dass sie und ich zusammenarbeiten konnten, um die GFK in die Gefängnisse zu bringen, und später das Freedom Project zu starten.

Wie so viele andere, war ich beeindruckt von den Fertigkeiten, die Marshall mit uns teilte, das Lernen von Gefühlen und Bedürfnissen, und die schwierigste Reise von 45 Zentimetern (18 inch) vom Kopf zum Herzen. Das Wissen und diese Art des Seins hat wahrlich mein Leben zum Besseren verändert.

Er war wirklich jemand, der selbst tat wovon er sprach. Er besuchte uns im „Giraffenhaus“ (den ersten Räumen des Freedom Projects und dem Zuhause einiger MitarbeiterInnen), und wenn er mit Dir war, fühltest du dich, als ob du der einzige Mensch auf der Welt seist. Er redete mit mir wie ein Vater, aber mit viel Verständnis und Empathie. Es waren nicht die Worte, die er benutze, sondern dass alle Gefühle und Bedürfnisse da waren. Du spürtest, dass er dich einfach hielt. Es ging nicht um die Worte, sondern darum, sich selbst leer zu machen, so dass er mit der anderen Person präsent sein konnte.

Er ragte nicht als der Mensch heraus, der die GFK erfunden hat, sondern weil er mit allen möglichen Menschen zurecht kam. Er war einfach ganz da, hörte zu.

Ich habe so viel Dankbarkeit für Marshall, weil er uns die Werkzeuge gegeben hat, das Freedom Project zu starten, und in der Lage gewesen zu sein, Wege der Kommunikation zu lernen und teilen, die verbindender sind und Gemeinschaften sicherer machen.

Er glaubte an den Wandel, dass Menschen sich verändern können, solange auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird, dass sie geschicktere und verbindendere Wege lernen können, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen, und das dieser „Stoff“ funktioniert.

Foto MBR: Beth Banning