respect women_pondicherryZitat Marshall B. Rosenberg:  „Auf jeden Fall ist es sehr wichtig, dass wir die Dinge bewerten können. Mir geht es darum, dass wir eine Form der Bewertung finden, die dem Leben dient. Wenn ich zum Beispiel das Verhalten eines anderen Menschen bewerte, kann ich das tun, ohne mich über ihn zu stellen. Es geht darum, wie ich meine Macht einsetze. Ich möchte mit anderen Menschen so umgehen, dass wir gemeinsam von dieser Macht profitieren. Es ist aber sehr verbreitet, mit Macht anders umzugehen, Macht über andere haben zu wollen.“
Zitat Miki Kashtan: „Wenn du nur die Wahl hast zwischen nicht authentisch sein oder Dich authentisch mit einem Urteil zu zeigen, hätte ich lieber, du würdest das Urteil äußern. Aber ich glaube fest daran, dass dir eine fürsorglichere und doch ganz authentische Alternative fast immer zur Verfügung steht, wenn du danach strebst.“

 Bewerten ist allgegenwärtig – und lebensnotwendig. Ob wir es letztlich aus einer Haltung der Dominanz  – indem wir uns mehr oder weniger subtil über einen anderen Menschen stellen – oder auf Augenhöhe, aus einer Haltung „geteilter Macht“ tun, wird zu einer wesentlichen Frage in der Gewaltfreien Kommunikation. 

In diesen Tagen geht es zuerst einmal darum, der Angst auf die Spur zu kommen, die wir oft vor Bewertungen in uns tragen, und herauszufinden, wo diese Angst eigentlich herkommt. Dann wird es im Zentrum stehen, mit Bewertungen (denen von anderen und unseren eigenen) einen verantwortlichen, „lebensdienlichen“ Umgang zu entwickeln.

Denn: Wir üben uns nicht im Nicht-Bewerten, wenn wir empathisch mit anderen und uns sind, sondern wir bewerten (auch mit der GFK), wenn wir uns selbst ernst nehmen und zeigen wollen. Wir bewerten etwa ständig, ob etwas Bedürfnisse erfüllt oder auch nicht. Auf diesem Hintergrund macht es also grundsätzlich keinen Sinn “nicht mehr bewerten zu wollen”, oder gar – ziemlich paradox – das Bewerten selbst als „schlecht” zu bewerten.

Ob der Umgang mit einer Bewertung, die wir oder jemand anders hat, lebensdienlich und auf Augenhöhe stattfindet, liegt zu 100% in unserer Verantwortung. Wir können in jedem „tragischen Ausdruck“ von Bedürfnissen, von uns und anderen, ein Geschenk sehen (lernen). Wir selbst haben jederzeit die Wahl, ob wir auf eine “Sendung”, eine Bewertung, mit „Annahme verweigert“ antworten , oder sie – einschließlich der Lebenskraft darin – annehmen und “auspacken”. So können wir unser aller Leben bereichern und mehr zur Erfüllung von Bedürfnissen und einem Miteinander auf Augenhöhe beitragen.

Mein Blogartikel zum Thema: „Bewertungen als Geschenke sehen“ 

Termin des 13. Intensivseminars: 23.-26. November 2022 

Seminarort: Schloss Hohenfels (Haus Morgenrot) b. Stockach 

Zeiten: Start 11 Uhr am Mittwoch / Schluss Samstag 13 Uhr

Teilnehmerinnen: max. 9 

Seminarbeitrag: Das Seminar wird geschenkt, d.h. es wir kein Ausgleich angefragt. Dieses Seminar wird auf Basis Schenkökonomie angeboten. Auch ein Betrag von 0,- EUR ist völlig ok. Der Standardbeitrag ist 400,- EUR. Am Ende des Seminar wird danach gefragt, was Du mir/uns schenken willst. (Bitte beachten: Auf jeden Fall sind die Kosten für Unterkunft und Hausbeitrag zu zahlen.)

Unterkunft- u. Hausbeitrag: Übernachtung vorort gewünscht, aber auch extern möglich; ein Hausbeitrag wird allerdings auf jeden Fall fällig.  – und der Betrag wird erst direkt vorort an das Schloss Hohenfels gezahlt (für das gesamte Seminar mit 3 Übernachtungen im EZ 180,- EUR / ohne Übernachtung 100,- EUR)

Verpflegung: Im Haus gibt es eine Selbstversorgerküche und einen großen Essraum. Es gibt im Schloss auch die Möglichkeit Bio-Mittagessen mit Salat für 15 EUR zu bekommen.  

Leitung: Thomas Stelling  + Assistenz (Helene Weynerowski)

pdf alte Ausschreibung – Ort/Kosten anders (pdf)

 

Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Letzte Änderung: 6.11.2022

Foto: Thomas Stelling, Pondicherry/Indien, Feb. 2016