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 Bewerten ist allgegenwärtig – und lebensnotwendig. Ob wir es letztlich aus einer Haltung der Dominanz  – indem wir uns mehr oder weniger subtil über einen anderen Menschen stellen – oder auf Augenhöhe, aus einer Haltung „geteilter Macht“ tun, wird zu einer wesentlichen Frage in der Gewaltfreien Kommunikation. 

In diesen Tagen geht es zuerst einmal darum, der Angst auf die Spur zu kommen, die wir oft vor Bewertungen in uns tragen, und herauszufinden, wo diese Angst eigentlich herkommt. Dann wird es im Zentrum stehen, mit Bewertungen (denen von anderen und unseren eigenen) einen verantwortlichen, „lebensdienlichen“ Umgang auf Augenhöhe zu entwickeln.

 Denn: Wir üben uns nicht nur im Nicht-Bewerten, wenn wir empathisch mit anderen und uns sind, sondern wir bewerten (auch mit der GFK) ständig, wn wir uns selbst ernst nehmen und zeigen wollen. Wir bewerten etwa ständig, ob etwas Bedürfnisse erfüllt oder auch nicht. Auf diesem Hintergrund macht es also grundsätzlich keinen Sinn “nicht mehr bewerten zu wollen”, oder gar – ziemlich paradox – das Bewerten selbst als „schlecht” zu bewerten.

Ob der Umgang mit einer Bewertung, die wir oder jemand anders hat, lebensdienlich und auf Augenhöhe stattfindet, liegt zu 100% in unserer Verantwortung. Wir können in jedem „tragischen Ausdruck“ von Bedürfnissen, von uns und anderen, ein Geschenk sehen (lernen). Wir selbst haben jederzeit die Wahl, ob wir auf eine “Sendung”, eine Bewertung, mit „Annahme verweigert“ antworten , oder sie – einschließlich der Lebenskraft darin – annehmen und “auspacken”. So können wir unser aller Leben bereichern und mehr zur Erfüllung von Bedürfnissen und einem Miteinander auf Augenhöhe beitragen.

Der Blogartikel zum Thema: „Bewertungen als Geschenke sehen“ 

Termin des 11. Intensivseminars: 13.-16. Januar 2021  

Seminarort: Schloss Hohenfels (Haus Morgenrot) b. Stockach – Infos hier 

Unterkunft: Übernachtung (Mehrbettzimmer, DZ und EZ vorhanden) vorort gewünscht, aber Ausnahmen möglich; gestaffelter Hausbeitrag kommt in jedem Fall zum Seminarbeitrag hinzu.

Verpflegung: Im Haus gibt es eine Selbstversorgerküche und einen Essraum. Ab 10 Personen können wir ein Mittagessen bekommen vorort. 

Teilnehmerinnen: max. 15

Leitung: Thomas Stelling  (evtl. mit Assistenz)

pdf frühere Ausschreibung – Ort/Kosten anders (pdf) 

Online anmelden

Auf jeden Fall ist es sehr wichtig, dass wir die Dinge bewerten können. Mir geht es darum, dass wir eine Form der Bewertung finden, die dem Leben dient. Wenn ich zum Beispiel das Verhalten eines anderen Menschen bewerte, kann ich das tun, ohne mich über ihn zu stellen. Es geht darum, wie ich meine Macht einsetze. Ich möchte mit anderen Menschen so umgehen, dass wir gemeinsam von dieser Macht profitieren. Es ist aber sehr verbreitet, mit Macht anders umzugehen, Macht über andere haben zu wollen. (Marshall Rosenberg)

 

Inhalte und Übungen

z.B. zu Themen wie

 

  • das (paradoxe)Bewerten von Bewertungen verstehen
  • Bewertungen als menschlicher Ausdruck und wesentliche, aber oft sehr unvollständige Information darüber, was wir im Leben brauchen
  • die Unterscheidung, welche Information Bewertungen über denjenigen, der sie ausdrückt, offenbaren – und welche wichtige Rückmeldung vielleicht auch darin zu finden ist
  • wie wir uns selbst und andere nicht ernst nehmen, wenn wir bei uns und anderen das Bewerten unterdrücken
  • Bewerten als „archimedischer Punkt“, der maßgeblich Einfluss darauf hat, wie wir mit uns, anderen und in Gemeinschaft sind
  • der Zusammenhang von Bewertungen und Macht
  • vom „Macht über“ zu „Macht mit“
  • der Angst und Scham begegnen, bewertet zu werden und selbst zu bewerten (transparent damit da sein und Empathie dafür bekommen)
  • Wie bewerte ich mich selbst?
  • Vergleiche als eine Form der Bewertung von uns selbst und anderen
  • unterschiedliche Formen von Bewertung
  • Wie können wir die volle Verantwortung für unsere Bewertungen und die von anderen übernehmen?
  • Wie können wir unsere eigenen und die Bewertungen von anderen hören, so dass diese lebensdienlich werden?
  • Wie können wir auf Grundlage des Reflexionsmodells der GFK jede Bewertung so auspacken und als Geschenk sehen, das sie letztlich dem Leben dient? Was hält uns davon ab?
  • Teilweise mit “Offenem Raum”: Es gibt keine „formale Leitung“, die moderiert, bei dem Erkunden von Bedürfnissen und Bitten unterstützt und inhaltlich leitet. Die Kursleitung bleibt anwesend als gleichberechtigte Teilnehmer, an die auch Bitten gestellt werden können.

 

 

Seminarzeiten und -kosten

Seminarzeiten

 

13.-16. Januar 2021 – Infos folgen

 

Seminarkosten

 

PrivatzahlerInnen: folgen

 

Professional/Firma/Organisation: folgen

 

Hinweis: Wenn Ihre Teilnahme an den finanziellen Möglichkeiten scheitern würde, kommen Sie bitte mit mir ins Gespräch und wir suchen nach einer für beide Seiten passenden Lösung.

 

Voraussetzungen der Teilnahme

Das Intensiv-Seminar erfordert Kenntnisse der Grundlagen der GFK, die in Einführungsveranstaltungen bzw. Basistagen erfahren wurden. Darüber hinaus bringen TeilnehmerInnen bitte Offenheit und Neugier mit, sich selbst und andere tiefer kennenzulernen und auch emotional herausfordernden Situationen zu begegnen.

 

Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Letzte Änderung: 4.8.20

 

Foto: Thomas Stelling, Pondicherry/Indien, Feb. 2016